Gedenkveranstaltung 80. Jahre Bombardierung Stauwehr Kembs

Am 7. Oktober 1944 wurde das Stauwehr Kembs nördlich von Basel von der 617. Bomberstaffel der Royal Air Force (RAF) angegriffen. Der Angriff war Teil der alliierten Bemühungen, den Deutschen die Kontrolle über den Rhein zu entziehen, ihre Truppenversorgung zu erschweren und den Vormarsch der Alliierten zu unterstützen. Bereits im September 1944 hatte das Bomber Command den Befehl erhalten, das Wehr zu zerstören, da befürchtet wurde, dass die Deutschen es selbst sprengen könnten, um die Umgebung zu fluten und die Alliierten aufzuhalten.

Der Angriff wurde in zwei Wellen durchgeführt. Die erste Welle griff das Wehr im Tiefflug an, unterstützt von P-51 Mustang-Jägern, während die zweite aus grösserer Höhe agierte. Zum Einsatz kamen speziell entwickelte Tallboy-Bomben, die mit ihrem Gewicht von etwa sechs Tonnen immense Zerstörungskraft besassen. Trotz starken Flakfeuers gelang es der RAF, Teile des Wehrs zu beschädigen. Ein späterer Angriff mit Mosquito-Bombern führte schliesslich zur Zerstörung zwischen zwei Pfeilern, wodurch der Wasserpegel des Rheins sank. Diese Aktion unterbrach den Schiffsverkehr, zahlreiche Schiffe strandeten, und der Wasserstand in Basel fiel erheblich.

Während des Angriffs stürzte eine Lancaster-Maschine der RAF ab. Vier Besatzungsmitglieder wurden gefangen genommen und später von Hugo Grüner, dem NSDAP-Kreisleiter, erschossen. Drei weitere Crew-Mitglieder blieben vermisst. Dieses Kriegsverbrechen wurde nach dem Krieg zwar untersucht, doch die Täter blieben straffrei.

Die Bombardierung des Stauwehrs Kembs hatte weitreichende Folgen für die Region, sowohl strategisch als auch menschlich. Während die Zerstörung des Wehrs einen militärischen Erfolg für die Alliierten darstellte, offenbarte das Geschehen auch die Grausamkeiten des Krieges. Heute erinnern Gedenkveranstaltungen an die Opfer und die Auswirkungen dieser Ereignisse. Detaillierte Infos


 

Im Rahmen des 80. Jahrestages der Bombardierung des Stauwehrs Kembs fanden verschiedene Veranstaltungen statt, die das Gedenken an die Ereignisse und ihre historischen Hintergründe würdigten. Dazu gehörten Führungen und Vorträge, die das Interesse zahlreicher Besucher weckten.

Am 19. Oktober 2024 wurde in Rheinweiler bei Bad Bellingen eine Gedenkveranstaltung am Denkmal zum „Fliegermord“ abgehalten. Dieser erinnert an die Besatzungsmitglieder der Lancaster Mk.I, NG.180, Code KC°S, die nach ihrer Notladung hinterrücks ermordet wurden. Die Veranstaltung begann mit einer Begrüssung durch Dr. Uwe Kühl, den ersten Vorsitzenden des Vereins für Heimatgeschichte und Volkskunde e.V. Weil am Rhein. Anschliessend richtete der neuseeländische Militärattaché ein Grusswort an die Anwesenden, gefolgt von einer bewegenden Ansprache von John Saunders, dem Grossneffen des Wireless Operators F/O Bruce Hosie, einem Besatzungsmitglied der betroffenen Lancaster. Bürgermeister Dr. Vogelpohl hielt das Schlusswort und ehrte die Verstorbenen mit einer Kranzniederlegung am Denkmal.

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Am Nachmittag wurde am Bunker nahe dem Stauwehr auf der Märkter Seite eine Ausstellung organisiert. Dort wurden verschiedene Materialien und Artefakte der Royal Air Force präsentiert, die grosses Interesse und rege Diskussionen unter den Besuchern auslösten. Die Kombination aus historischen Exponaten und persönlichen Geschichten trug dazu bei, das Gedenken lebendig zu halten und den Austausch über die Bedeutung dieser Ereignisse für die Gegenwart zu fördern.

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