RAF Flying Suits and Uniforms

© by Patrick Schlenker 2010 / 2024

 

Frock, white, Aircrew 22G/63

Der Aircrew Frock war ein aus reiner Wolle gefertigter Pullover, der dazu diente, die Besatzungen in großen Höhen vor der Kälte zu schützen. Er wurde praktisch unter jeder Uniform getragen, selbst unter der Service Dress Jacke. Der hohe Kragen und das wärmende Material sollten dazu beitragen, die Wärmezirkulation unter den Anzügen zu verbessern und den Trägern zusätzlichen Schutz zu bieten.

Frock, white, Aircrew 22G/63


 

 

Service Dress

Ein Sergeant (rechts) und Private (links) mit Service Dress four Pocket Tunic sowie Sidecap. Der Sgt. trägt ein Cap mit schwarzen Kunststoffknöpfen, wie sie ab 1943 anzutreffen waren. Beide tragen auf der Brust die einseitigen Flügel, welche sie als Besatzung eines Bombers identifizieren.


Die Wings auf der Brust des Air Gunners sind mit einem AG versehen. Folgend die weiteren Abkürzungen:

N Navigator
NW  Navigator / Wireless Operator 
O  Observer
S  Air Signaller
FE  Flight Engineer
AG Air  Gunner
B  Air Bomber
RO  Radio Operator
RAF  Pilot
E  Engineer
WAG  Wireless Op / Air Gunner


  


 

Uniform, Blue Gray WO

Ähnlich den Offiziersuniformen trugen auch Warrant Officers Service Dress Uniformen aus feinem Wolltuch (Barathea). Obwohl sie den Offiziersuniformen fast identisch waren, wurden sie speziell für Warrant Officers hergestellt.

 


 

War, Service Dress & Air Crew blue grey

Das War Service Dress entsprach im Wesentlichen dem Battle Dress der Armee, jedoch gab es nie eine Version mit offenen Knopfleisten. Es wurde 1941 in zwei Varianten eingeführt: Eine Version wurde als "War, Service Dress" bezeichnet und entsprach weitgehend der traditionellen Service Dress Uniform. Die andere Variante war speziell für Air Crews und wurde als "Air Crews blue grey" bezeichnet.

Nach der Landung in der Normandie wurden die Air Crews oft im taktischen Einsatz mit dem khakifarbenen Battle Dress der Armee ausgestattet. Dies geschah, um bei einem Absprung hinter den feindlichen Linien nicht so auffällig zu sein wie mit den blauen RAF-Jacken.

Bilderklärung:

Ein Engineer im Range eines Sergeants. Um im Flugzeug nirgends hängen zu bleiben, hat er die Schulterklappen abgeschnitten. Er trägt unter der Air Crew Jacke einen weissen Sweater. Dazu 1943 Escape Boots mit weissen Sea Boot Socks.


Irvin Suit

Irvin ist zweifellos einer der bekanntesten Hersteller von Fliegerjacken und Fallschirmen aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Irvin-Suits oder -Jacken gelten als einige der bekanntesten Bekleidungsstücke dieser Zeit, obwohl sie hauptsächlich von Besatzungen von Bombern und Küstenkommandos getragen wurden. Die Irvin-Jacke sowie die Hose waren mit Schaffell gefüttert, um den Träger vor den extrem kalten Temperaturen in 8-10.000 Metern Höhe zu schützen. Der offizielle Einsatz des Irvin-Suits für Bomberbesatzungen dauerte bis zum Herbst 1943 an. 


 

1930 Pattern Flying Suit 22C54 - 779

Der Flying Suit aus den 1930er Jahren wurde aus leichtem, wasserabweisendem grünlichem Stoff hergestellt und war das direkte Nachfolgemodell der Sidcot-Suits aus dem Ersten Weltkrieg. Er wurde an der Vorderseite mit einem durchgehenden Reißverschluss geschlossen und das Material entsprach demjenigen der 1930er Mae West Rettungswesten. Die beiden Beintaschen waren mit Fell gefüttert, damit der Träger seine kalten Hände darin aufwärmen konnte. Der Flying Suit wurde von 1930 bis zum Ende des Krieges produziert und getragen.

Der Fellkragen konnte, wie bei allen nachfolgenden Modellen, entfernt werden. Das hier gezeigte Modell ist eine kanadische Produktion aus dem Jahr 1941 und wurde an verschiedenen Stellen mit demselben Material geflickt.


1940 Pattern Sidcoat Suit 22C/360-366

Der 1940 Pattern Suit war zum Teil noch aus dem selben Material wie das 1930er Modell. Die Fellgefütterte Taschen fielen weg, dafür bekam der Anzug an den Ärmeln einen Fellrand.


1941 Pattern Sidcoat Suit 22C773 - 779 (electrically wired)

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern, dem 1930er und 1940er Sidcot Suit, wurde der Flying Suit von 1941 elektrifiziert. Kleine Drähte, die sich durch den gesamten Anzug zogen, konnten durch den Anschluss an das 24-Volt-Netz des Flugzeugs beheizt werden. Allerdings reichten die Drähte allein nicht aus. Die sogenannten Quilted Kapok-Polster sollten zusätzlichen Schutz vor der Kälte bieten und im Falle eines Absprungs ins Wasser auch Auftrieb geben. Der Fellkragen konnte mit ein paar Handgriffen mithilfe von Knöpfen vom Anzug gelöst werden. Trotz seiner Verbesserungen wies der Sidcot Suit jedoch viele Schwächen auf. Das Material saugte Treibstoff und Öle schnell auf, war nicht sehr widerstandsfähig und neigte oft zum Zerreissen.

 

Wie im Namen schon verzeichnte, ist der Anzug "electrically wired". Detailansicht des Ärmels des 1941 Suits. An den Knöpfen konnten die ebenfalls beheizbaren Handschuhe angeschlossen werden. Im Quer dazu aufgenähten Band, welches zu Schulter hochgeht, waren die Kabel eingenäht.


Waistcoat, Electrically-heated, Type D (12 and 24 Volt) 22C/659-663 & 706-711

Um die Besatzungen der hochfliegenden Bomber besser vor der Kälte zu schützen, wurden zusätzlich zum Taylor Buoyancy Suit und dem 1941 Pattern Sidcot Suit eine Vielzahl unterschiedlicher Teile entwickelt. Diese konnten über die Bordelektronik mit 12 oder 24 Volt betrieben werden. Die verschiedenen Teile wurden in drei Gruppen eingeteilt und wurden jeweils über Druckknöpfe mit dem Fliegerkombi verbunden. Dazu gehörten beheizbare Jacken und Kombis sowie Handschuhe und Socken. Im Folgenden wird die Jacke beschrieben, die unter dem Fliegerkombi getragen wurde.

Die beheizbare Jacke wurde via Druckknöpfen am Fliegerkombi verbunden, welches den Strom zu den jeweiligen Punkten brachte. 

Label des Waistcoat, Electrically-heated, Type D. Durch die Art der Schliessung wurden diese Jacken auch Kimonos genant.


Linings, Quilted, Kapok, 1941 Pattern

Offiziell als 'Linings, Quilted, Kapok, 1941 Pattern' bezeichnet, wurde dieser Anzug entworfen, um zum 1941 Pattern Sidcoat Suit 22C773 - 779 zu passen. Es besteht aus braunem Rayon, das mit Kapok gefüllt ist, um zu isolieren. Es verfügt über einen messingbeschichteten Reissverschluss mit der Markierung des Air Ministry vorne, hergestellt von 'F. F. Ltd'. Unterschiedliche Reissverschlüsse mit Air Ministry-Markierung befinden sich an den Manschetten und tragen die Worte 'Made in England' auf der Rückseite, während diejenigen, die entlang der Beine verlaufen, vorne mit 'W' markiert sind und auf der Rückseite die Air Ministry-Krone und AM-Markierung tragen. 

Im Inneren des Anzugs ist das Originaletikett noch vorhanden und gibt die Größe 3 an. Die Lagerreferenznummer 22C/855 ist ebenso vorhanden wie Angaben zur Grösse.

 


Taylor Buoyancy Suit 22C / 738-740

Der in Gelb entworfen, einteilige Zweireiher Taylor Buoyancy Suit sollte einen maximalen Tragekomfort haben, sowie Auftrieb in Wasser und ein gewisses Mass an Brandschutz bieten, ohne viel Einschränkung der Bewegungsfreiheit des Trägers. Produziert wurde der Anzug aus einem schweren 'aerocord' Material, um mit einem Kapok Liner (noch ohne Bild) zusammen und zusätzlichen sogenannten "Flotation Pads" in den Knie-und Brusttaschen sowie Kragen genügend Auftrieb zu erreichen. Im innern angebrachte Träger sollten sollten das Gewicht des Anzuges auf die Schulter verlagern. Die Druckknöpfe und ein "Quick-Release-Reissverschlüsse" halfen beim raschen ausziehen. Wie schon bei der 1941 Mea-West wurde auch hier die Farbe gelb gewählt, um die Sichtbarkeit im Wasser zu erhöhen. Der Anzug ist zudem analog des 1941 Pattern Sidcoat Suit elektrifiziert, um ihn über die Bordelektrik zu beheizen. Taylor Suit kam vor allem bei den schweren Bombern des Bomber Command und des Coastal Command zum Einsatz.


Fighter Pilot 1944/45

Die Spitfire Piloten trugen in den Jahren 1944/45 im Gegensatz zu Beginn des Krieges nur noch die War Service Dress (Battle Dress). Dazu ein Paar 1943 Escape Boots sowie eine 1943 Mae West. Der Flight Sergeant trägt einen Type D Helm und eine glasklare Mk. VIII Brille. Unter der Mae West zu erkennen: ein Waist Belt in RAF blau mit einer Magazintasche links und einem Revolver rechts.


Anti Flak Vest

Britisch Made

Eine in England produzierte Fliegerkörperpanzerung vom Typ A mit Typ C-Schürze. Die Anti Flak Vest wurde ursprünglich in den USA von der Firma Wilkinson Sword Company hergestellt. Entwickelt hatte Weste der Flugarzt Col. Grow der 8. USAAF.

Während des Krieges wurden solche Anzüge von der RAF sehr häufig eingesetzt und auch in England hergestellt, wie das Exemplar im Bild. Die Antiflakweste besteht aus drei Teilen: Vorderseite, Rückseite und Bauch/Leistengegend. Jeder Abschnitt ist aus überlappenden Manganstahlquadraten gefertigt, die in Taschen innerhalb einer schweren braunen Leinwandabdeckung vernäht sind und mit weichem gebürstetem Baumwollstoff für Komfort gefüttert sind. Sie war mit einem Schnelllösesystem aus Kordeln und Lift-the-Dot-Verschlüssen ausgestattet, das es dem Flieger im Notfall ermöglichte, den gesamten Anzug abzulegen. Gedacht für die Verwendung durch Schützen, Navigator, Bombenschützen und Funker, deren Aufgaben das Stehen oder Bewegen im Flugzeug beinhalteten. Die Flakwesten wurden vor Missionen aus einem "Pool" ausgegeben und am Ende des Einsatzes zur Nutzung durch die nächste Crew zurückgegeben. Sie wurden als direkte Reaktion auf Verletzungen entwickelt, die die Besatzungen der 8. US-Luftwaffe bei Einsätzen von England aus erlitten. Anfänglich gab es erheblichen Widerstand und Einwände gegen das Tragen, aber es wird geschätzt, dass sie die Todesfälle durch Flak und Kugeln um 50% und die Verletzungen um 70% reduziert haben.

Diese frühen Entwicklungsanzüge wurden von Wilkinson Sword in Grossbritannien hergestellt, aber die Produktion war langsam und spätere Modelle wurden in Amerika hergestellt (meist in Grün).