Bomberangriff auf das Stauwehr Märkt D - Kembs F  7. Oktober 1944

© by Patrick Schlenker 2011/2014

 

 

Stauwehr Kembs heute 

Das Rhein-Stauwehr des Kraftwerkes Kembs, auf der Höhe von Märkt D heute. 3 Kilometer nördlich von Basel

 

 

Um den Deutschen die Kontrolle über den Rhein und dessen Pegel zu nehmen, erteilte das Alliierten Hauptquartier (SHAEF) im September 1944 dem Bomber Command den Auftrag, das Rheinstauwehr bei Märkt D, etwas mehr als 3 Kilometer nördlich von Basel, zu bombardieren, resp. zu zerstören. Das Stauwehr gehört zum Kraftwerk Kembs F, welches seit 1932 das Elsass mit Strom versorgt. Man wollte auf jeden Fall den Deutschen mit einer Sprengung des Wehres zuvorkommen, da das alliierte Oberkommando davon ausging, dass die Deutschen ebenfalls das Wehr sprengen würden, um die anrückenden französischen und amerikanischen Truppen aufzuhalten, in dem diese weite Gebiete unterhalb von Märkt unter Wasser setzen würden, wie die deutschen es schon in Frankreich und Holland getan haben. Das Stauwehr war schon 1940 von den zurückweichenden französischen Truppen gesprengt worden, jedoch mit einer Vorwarnung an die Schweizer Rheinhäfen.


Der Angriff erfolgte am 7. Oktober 1944 durch die 617 Bomber Squadron, welche kurz nach 13.00 Uhr in Woodhaal Spa gestartet waren. Die auch als "Damm Busters" bekannte Staffel war schon für die Angriffe auf die Talsperren im Ruhrgebiet verantwortlich und ein paar Wochen später auch für die Versenkung des Schlachtschiffes Tirpitz. Jeder der 13 viermotorigen Lancaster-Bomber wurde dazu mit je einem Tallboys ausgerüstet, welche pro Bombe ein Gewicht gegen 6 Tonnen auf die Waage brachten. Die Tallboy war eine Bombe, welche speziell für den Einsatz gegen Dämme, Kanäle, Tunnel und Viadukte entwickelt wurde. An diesem Samstag flogen rund 5'000 alliierte Flugzeuge Einsätze gegen Ziele des Deutschen Reiches und seiner Verbündeten.

Sechs Lancaster, von Besançon aus Süd-Westen heran geflogen,  griffen im Tiefflug von 100 bis 125 Meter an. Diese sollten gemäss BBC Meldung vom 8. Oktober 1944 die Flak ablenken und allenfalls auch ausschalten.

Mit ihnen flogen mehrere P-51 Mustangs, welche als erste ihr Feuer auf die Flak-Stellungen am Rheinufer und weiteren Stellungen der schweren Luftabwehr bei Märkt, auf der deutschen Seite des Rheines, eröffneten. Die Jäger gehörten zu den Staffeln der 133 (polnische), 306 und 315 Fighter Squadron mit den Langstreckenjägern vom Typ P-51 Mustang III. Zeugenberichte aus Basel  zufolge, konnten 14 Jagdmaschinen über dem Zielgebiet ausgemacht werden. Der Schweizer Armeestab nennt 16 Maschinen. Da sich während des ganzen Angriffes kein einziger deutscher Jäger am blauen Himmel blicken liess, konnten sich die Jäger voll und ganz auf die Luftabwehr konzentrieren. Die zweite Welle von sieben Lancastern flog in einer Angriffshöhe von 1500-2500 Meter an.

Geschosse der 88mm Flak und kleinerer Kaliber schossen den Angreifern entgegen. Der Himmel war innert kürzester Zeit mit kleinen Wölkchen der schweren Flak-Granaten übersät. Leuchtspurstreifen der leichten Flakgeschütze flogen kreuz und quer den Angreifern entgegen.

Maschinengewehr-Doppelschartenstand am Stauwehr bei Märkt heute - in der Sonderbauweise für den Oberrhein (Limes-Regelbau 24, Bauwerk 5887)

 

Auf der Soliterrasse im Hafen Kleinhüningen waren kurz nach Auslösung des Fliegeralarmes in Basel die Posten besetzt worden, welche jeweils umgehen dem Bat.Kdo. Meldung machten. Daraus folgende Übermittlungen.

Das Bat.Kdo Basel rapportierte zu Beginn des Angriffes folgendes:

16:37 Fliegeralarm in Basel

16:42 Meldung an Bat.Kdo: Flz XX Richtung Delsberg

16:45 3 Flz XX

7 Flz XX kreisen über Hüningen

Fliegeralarm im Elsass

Bombenabwurf bei Hüningen

6 Flz XX beim Angriff auf Stauwehr Kembs / Flabfeuer

16:58 1 Flz XX Richtung Efringen abgestürzt / Stauwehr getroffen / andauerndes Flabfeuer

 

Trotz des Fliegeralarmes in Basel, der vierte an diesem Tag, säumten tausende von Zuschauern Basels Brücken, Strassen, ja sogar Dächer. Alle blickten zum Himmel, um diese einmalige Schauspiel zu sehen. Es dürfte wahrscheinlich dem einen oder anderen einen keinen Einblick in den Bombenkrieg geben, welcher rund um die Schweiz seit 5 Jahren tobte und glücklicherweise die Schweiz bis auf wenige Ausnahmen verschont hatte. An diesem Morgen hatte noch nichts darauf hingedeutet, dass bei dieser trüben Sicht etwas geschehen sollte. 

Zeugenbericht:

Wir suchten den Himmel ab. Da, eins, zwei, drei werden Sichtbar! Sie wenden sich, scheinbar gemächlich, Stein zu, beginnen jedoch über Neudorf und Märkt zu kreisen und lassen sich ein wenig tiefer herab. Merkwürdig, dass unter so günstigen Umständen die Fliegerabwehr schweigt. Die Bomber fliegen ihr ja direkt vor die Rohre. Sie tut, als lohne es sich nicht, die Riesenvögel zu verjagen. Und die Sirenen haben auch noch keinen Alarm geheult. Sind die Leute vielleicht ganz überrascht worden?

Im Recordbook der 617 Bomber Squadron wurde vermerkt, dass Pilot W/O J.B. Tait mit der Lancaster MK. I, EE.146 als erster seiner Staffel um 16:51 aus 600ft Höhe eine Tallboy auf das Ziel abgeworfen hatte. Die Bombe landete  etwa 10 Yards vom Ziel entfernt in idealer Position, wurde zu Protokoll gegeben. Die Meldungen der folgenden Abwürfe waren über das ganze Gebiet verstreut. Viele der Tallboys landeten auf der Insel. Jedoch wurden mehrere Treffer am Stauwehr mit kleineren Bomben gemeldet.

 

Augenzeugenberichte:

"Bomben" schreit einer. Dicht beim Stauwehr schlug einer dieser Bomben mit eleganter Form ein. Dicht beim Stauwehr. Aber noch linksufrig, auf elsässichem Boden. Eine Riesenhafte Frontaine stürzt aufwärts, hält sich sekundenlang, bricht in sich zusammen. Feinlich der Luftdruck, unser hoher Standort wankt und zittert, hernach ein ungeheueres Dumpf rollendes dröhnen. Ein zweites und drittes, mal wirbelt die Erde hoch und breit empor, es braust und zischt im Wasser des Rheines. Unheimlich wie der Boden wankt der uns trägt.

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„Am Samstag, 7.10.1944, gegen 17.15 Uhr kreisten über Efringen ununterbrochen 5 Jäger in großer Höhe immer um den gleichen Punkt.

Der Angriff war bald erkannt. Nach 10 Minuten erschienen ca. 30 weitere Jäger, teils höher, teils niedriger als 5000m. Und plötzlich stieg am Stauwehr in Märkt (ca. 2,5 km Entfernung) eine Nebelsäule hoch. Nun war uns klar, das Ziel hieß Stauwehr. In den nächsten Augenblicken erschienen 6 Lancaster-Flugmaschinen, etwa 800 – 1000 m hoch und steuerten direkt das Stauwehr an. Jede Maschine warf eine Mine, deutlich zu beobachten. Neben dem Gehämmer der Flak detonierten in großen Abständen 4 Minen. Die 5 erst nach 12 Stunden, ein Blindgänger wurde bald geborgen.“

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Die von F/Lt Christopher Howard tief geflogene Lancaster Mk.III, LM.482, code KC°Q konnte beim ersten Anflug seine Tallboy nicht abwerfen und unternahm deshalb weitere Versuche. Beim dritten Anflug auf das Wehr wurde seine Lancaster von der Flak getroffen. Diese fing, im hinteren Rumpfteil getroffen, sofort Feuer. Obschon Howard noch eine Notlandung versuchte, explodierte die Lancaster über den Baumwipfeln und stürzte kurze Zeit später zwischen Efringen und Kirchen, nahe des Rheines, ab. Howard und seine Besatzung überlebten den Absturz nicht und fanden, nach ihrer exhumierung am 11. August 1948 vom Friedhof in Märkt, ihre letzte Ruhe im Durnbach War Cemetery bei Bad Tolz in Bayern. Zum genauen Absturzort gibt es unterschiedliche Informationen, welche sich meist nicht decken, jedoch dürfte der Absturzort etwa auf Höhe Efringen Kirchen und im Bereich der heutigen B5 liegen. F/Lt Christopher Howards älterer Bruder, Major Mark Howards von den Coldstream Guards war nur wenige Monate zuvor in der Normandie gefallen.

Die vor Ort eingesetzten Flakbatterie 37/VII war eine sogenannte Heimatflak-Batterie, welche ihre Batteriebefehlsstelle in Istein hatte. Betrieben wurde diese Batterie hauptsächlich von Schülern der Jahrgänge 1926-28 aus den Gymnasien und Oberschulen von Müllheim, Lörrach, Schopfheim und Villingen. Aufgeteilt in 3 Züge als Luftwaffenhelfer. Der 4 Zug, welcher zwischen dem Altrhein und dem Kanal eingesetzt wurde, bestand aus Elsässischen Zwangsrekrutierten mit den selben Jahrgängen wir jene der Deutschen Seite.

Je länger das Bombardement dauerte, desto weniger wurde Flakfeuer wahrgenommen. Die deutschen Flakstellungen wurden grösstenteils von den auf sie herabstürzenden Jagdfliegern ausgeschaltet. Die Lancaster entledigten sich einer nach dem andere ihre zerstörerische Last über dem Zielgebiet und verschwanden  dann. 

Um 17:10 meldet der Schweizer Beobachtungsstand auf dem Hafensilo Kleinhüningen dem Bat.Kdo. ein weiterer Bomberverband aus Richtung St. Louis. Aus dem gemeldeten Verband scherte ein Bomber aus, welcher in der Folge nochmals im Tiefflug über das Wehr flog und beim abdrehen in den Schweizer Luftraum eindrang, worab die Flababteilungen des Schweizer Heers sofort das Feuer eröffneten und den Bomber zum abdrehen zwang. 3 Minuten später war der "Luftraum klar".

17.14 konnte aus dem benachbarten Elsass der Endalarm vernommen werden. Der Beobachtungsposten auf der Siloterrasse meldete: Wasserstand normal / Verkehr über Schiffsbrücken wieder aufgenommen / Nach Beobachtungen keine Schäden an Kraftwerk und Wehr.

Die restliche Bombenladung von F/Lt Howards Lancaster, welche zwischen Eifrigen und Kirchen brennend abgestürzt war, erschütterte um 17:23 mit einer gewaltigen Detonation die Region und eine dicke schwarze Rauchsäule hob sich empor. Die Druckwelle lies in Basel / Kleinhüningen mehrere Schaufenster- und Fensterscheiben bersten. Luftschutzsoldaten, die im Hafen, ebenfalls im kleinhüninger Quartier, ihren Dienst taten, wurden zu Boden geworfen. Kurz davor konnte man aus der Ferne, in unregelmässigen Abständen, das explodieren die abgeworfenen Tallboys vernommen werden, welche mit Zeitzündern ausgestattet worden waren.

Um 17:35 wurden Flugzeuggeräusche aus Richtung Laufen gemeldet. Eine einzelne einfliegende Mosquito warf daraufhin eine weitere Bombe gegen das Wehr. Nachdem sich die Gischt gelegt hatte, konnte man erkennen, dass der eiserne Laufsteg auf der elsässischen Seite abgerissen war und schlaff am zweiten Pfeiler herunterhing. Trotz Flakfeuer kehrte die Mosquito zurück und überflog das Ziel ein weiteres mal, bevor diese sich um 17:42 in Richtung Westen entfernte. Drei Minuten später erreicht das Bat.Kdo. die Meldung, dass weitere Bomben bei Stauwehr explodiert seien und bis zu 150 Meter hohe Fontänen zu erkennen gewesen seien. Jedoch seien immer noch keine Sichtbaren Schäden auszumachen.
 
Stauwehr Fernsicht
 
Kembs Stauwehr
Aufnahmen mit einer Fernsichtkamera während des Angriffes am Abend des 7. Oktobers 1944. Explosion einer Tallboy. Die Wasserfrontainen waren bis zu 150 Meter hoch in den Himmel geschossen.
 
Gegen 17:45 flog erneut eine Mosquito von Blotzheim her, mit der Kennung KB.215, code AZ°H der 627 Squadron im Auftrag der RAF Film Production, Richtung Stauwehr ein. Die von F/Lt Hanlon geflogene Mosquito kreiste längere Zeit für Luftaufnahmen über dem Zielgebiet. F/Lt Tice hielt mit seiner Kamera darauf. Von den Aufnahmen sind heute noch noch knapp 50 Sekunden erhalten gebliebenund im Imperial War Museum London gelagert. Auf den Aufnahmen, welche wir in einer Kopie besitzen (aus Copyrightgründen ist eine Veröffentlichung leider nicht möglich) kann man sehr gut das Stauwehr erkennen.  
Kurz bevor die Maschine um 17:48 abdrehte, explodierte eine weitere Bombe mit Zeitzünder auf der linken Stauwehrseite. Diese Explosion ist auf den erhaltenen Originalaufnahmen gut zu erkennen. Die Schütze des Stauwehr hielt dieser Belastung nicht mehr stand und brach weg. Das Wehr war danach erkennbar, zwischen dem ersten und zweiten Pfeiler beschädigt.
 
Luftaufnahme vor dem Angriff - Webseite Imperial War Museum
 
Luftaufnahme während dem Angriff - Webseite Imperial War Museum
 
 
Um 17:57 wurde in Basel Wasseralarm ausgelöst. Nun galt es, den im voraus für den Fall einer Beschädigung des Stauwehres entworfenen Rettungsplan zu verwirklichen. Um 18:04 ging die Meldung auf der Ständigen Feuerwache Basel ein, welche umgehend mit 6 Mann ausrückten und das Löschboot "St. Florian" bemannte. Diese fuhren umgehend ans Hafenbecken am heutigen Dreiländereck. Beim ablegen des Löschbootes war der Rheinpegel schon 40cm gefallen. Um 18:23 war es schon einen Meter. Bis 19:28 sollte der Pegel um weitere 1,20 Meter. Am Nachmittag vor dem Angriff lag der Rheinpegel bei der Schifflände bei normalen 1.23 Meter. Am Tag danach noch bei 0.56 Meter. Zwischen den Hafenbecken und dem Rhein hatte sich ein stetiger Strom entwickelt. An immer mehr Stellen am Rheinufer, trat der Grund hervor.
 
Mit allen verfügbaren Kräften versuchte man in Basel möglichst viele Schiffe aus den betroffenen Hafenbecken in tiefere Gewässer zu ziehen. Als erstes musste eine Formation von 8 Schiffen aus dem Wendebecken gezogen werden, was innert nützlicher Frist glücklicherweise gelang. Weiter hatte man 15 Schiffe aus dem II. in das I. Hafenbecken retten können. Für weitere 15 Kanalschiffe im Hafenbecken 2 und 4 im Zufahrtskanal, reichte die Zeit nicht mehr und sie mussten auf dem trockenen zurückgelassen werden. Eines dieser zurückgelassenen Schiffe im Hafenbecken II war ein italienisches Hochsee-Segelschiff, welches in Basel während des Krieges eine neue Heimat gefunden hatte. Das Hafenbecken 2 hatte sich komplett entleert. Das eingetroffene Löschboot "St. Florian" konnte das Personenschiff Rheinfelden ebenfalls rechtzeitig bergen. Der Sog war so stark, das sich ein Kiesschiff losgerissen hatte und führerlos im Hafenbecken trieb. Letzteres konnte durch rasches eingreifen  rechtzeitig gestoppt werden. Glücklicherweise wurde durch den zurückgeschnellten abgerissenen Draht niemand verletzt. In der Zwischenzeit  beteiligten sich auch viele Zivilisten an der Bergungsaktion.
Das Löschboot "St. Florian" musst wegen des rasch gefallenen Pegels die Nacht ebenfalls am Hafenbecken 1 verbringen und konnte erst am Sonntag Morgen, nach Erkundung des aktuellen Pegelstandes wieder an seinen angestammten Liegeplatz am Totentanz zurückkehren.
Auf Grund gelaufene Schiffe im Hafenbecken 1 In Basel
Hafenbecken 1 in Basel beim Dreiländereck Schweiz - Deutschland - Frankreich. Schiffe unterschiedlicher Grösse blieben auf dem trockenen liegen. Den Helfern war es nicht gelungen, sämtliche Schiffe in tiefere Stellen des Rheines zu ziehen. Foto Privatsammlung © 2012

 

HMS Nidwalden HMS Wettstein
Die beiden Motorschiffe, HMS Nidwalden (Links) und die Wettstein (Rechts) im Hafenbecken. Foto Basler Nachrichten 8.10.1944
 
Hafenbecken 2 Einfahrt
Ein-, resp. Ausfahrt vom Hafenbecken II ins I. Foto Basler Nachrichten 9. Oktober 1944
 
Segelschiff
Italienisches Segelschiff im hinteren Teil des Hafenbecken II. Dieses wurde in der Woche danach wieder aufgerichtet und in der Waagerechten stabilisiert. Foto Basellandschaftliche Zeitung 10. Oktober 1944
 
In verschiedenen Gebieten in Basel waren während des Angriffes grössere mengen Granatsplitter der deutschen Flak-Geschosse niedergegangen. Auf dem Areal der Ciba Chemie geriet ein Schuppen mit Chemikalien in Brand, welcher von der Fabrik-Luftschutzfeuerwehr innert 12 Minuten gelöscht werden konnte. 
In der Elsässerstrasse und an der Petersgasse gingen durch den enormen Luftdruck grosse Schaufenster zu Bruch. 
 
Velo Bohn Petersgasse
 
Notdürftig mit Brettern reparierte Schaufensterfront des Veloladens Bohn an der Petersgasse.
 
 
Einen Monat nach dem Angriff auf das Stauwehr, am 11. November 1944, riss das Hochwasser die Hüninger Schiffbrücke weg, welche an den Pfeilern der ehemaligen Eisenbahnbrücke zerschellte. Im Frühling 1945 begannen die Deutschen mit umfangreichen Sprengungen am Stauwehr und Kraftwerk, welches grosse Schäden verursachte.
Schliesslich wurde am 24. April 1945 das Kraftwerk und das Wehr durch französische Truppen kampflos eingenommen.
Es sollte über ein weiteres Jahr dauern, bis am 29. April 1946 wieder ein aus Holland kommendes Schiff bis nach Basel fahren konnte.
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Beim Angriff auf das Stauwehr wurde eine weitere brandneue Lancaster von Sq/Ldr Drew Wyness durch leichte Flak beschädigt, welche dann bei Bad Belangen, Höhe Rheinweiler notwasserte. Rund 17 Kilometer nördlich des Dammes. Alle Sieben Besatzungsmitglieder konnten sich auf die Rettungsboote retten. Trotzdem überlebten alle sieben den Tag nicht. Es gibt unterschiedliche Berichte über das ableben der englischen Flieger, jedoch muss davon ausgegangen werden, dass F/O Hansel, F/Sgts Horrocks und F/Sgts  Hurdiss einem Verbrechen zum Opfer gefallen sind. Ihre Leichen wurden nie gefunden. 
Die vier anderen Besatzungsmitglieder wurden, wie Kreisleiter Hugo Grüner nach seiner Verhaftung am 6. Mai 1945 gegenüber der Allied War Cremes Kommission erwähnte, auf Befehl wegen "terroristischen Angriffen" gegen Deutschland exekutiert. Sq/Ldr Wyness  und sein Radio Operator F/O Hosie wurden erschossen am französischen Ufer aufgefunden. Beide liegen heute in Choloy War Cemetery begraben. F/Lt Williams und F/O Honig fanden ihre letzte Ruhestätte auf dem Durnbach War Cemetery.
 

Eine ausführliche Darstellung dieser schrecklichen Ereignisse finden sich auf dem externen Dokument "...denen gilt mein Kampf bis zum Äussersten" von Edgar Bassler.  

  

Pressebericht Weiler Zeitung vom 8. Oktober 2014

Weiler Zeitung 8.10.2014

 

 
Thurgauer Zeitung 10. Oktober 1944
Zeitungsartikel Thurgauer Zeitung 10. Oktober 1944
 
 
 
 
Quellen:
617 Squadron - The Operational Recordbook 1943-45 by Tobias Jones
Rapport Beriebs Luftschutz Organisation Hafen Kleinhüningen
Ausrückungsrapport Nr. 314 Feuerwehr Basel
Thurgauer Zeitung 10.10.1944
Basler Nachrichten 9./10.10.1944
NZZ 9.10.1944
Basellandschaftliche zeitung 9./10.10.1944
British Broadcasting Corporation Communiqué 8.10.1944
Infringing Neutrality: The RAF in Switzerland 1940-1945 Roger Anthoine
Badische Zeitung zum 65. Jahrestag der Bombardierung des Stauwehrs